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Chrushing Syndrom bei Hunden

Das Chrushing-Syndrom bei Hunden

Das Cushing-Syndrom - eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen des Hundes

Am Cushing-Syndrom – oft auch verkürzt als „Cushing“ bezeichnet – Hunde erkranken in der Regel ab einem Alter von acht Jahren. Hündinnen sind häufiger betroffen als Rüden. Dackel, Terrier, Pudel und Boxer erkranken häufiger, sie haben eine genetische Veranlagung (Disposition) für diese Erkrankung.

Cortisol ist als „Stresshormon“ bekannt und wird in Stresssituationen auf ganz natürlichem Wege vermehrt in den Körper abgegeben.
Grundlage hierfür ist ein normal funktionierender Hypothalamus (Schaltzentrale des vegetativen Nervensystem), welcher das Corticotrope Releasing Hormon produziert. Dieses CRH wirkt auf die Hypophyse (Hirnanhangdrüse, sozusagen ausführendes Organ des Hypothalamus), diese wiederum bildet nun das Adenocorticotrope Hormon. ACTH wirkt auf die Nebennierenrinde, welche darüber mit der Bildung von Cortisol beginnt.

 

Ursachen für das Cushing-Syndrom

  • Meist, bzw. in 90% der Fälle liegt das hypophysäre Cushing-Syndrom (Morbus Cushing) vor. Auslöser ist überwiegend ein, meist gutartiger, Tumor der Hypophyse, die darüber vermehrt ACTH produziert und somit für überhöhte Cortisolproduktion verantwortlich ist.
  • Seltener ist die Ursache ein in der Nebennierenrinde liegender Tumor, welcher unkontrolliert Cortisol produziert.
  • Daneben kann das Cushing-Syndrom noch als Folge einer medikamentösen Therapie, bei welcher Cortisol oder seltener auch ACTH verabreicht werden. Hier spricht man von einem exogenen oder iatrogenen (von außen, über Medikamentengabe produzierten) Cushing-Syndrom.

 

Wie zeigt sich das Cushing-Syndrom?

Es gibt einige Anzeichen für das Cushing-Syndrom. In der Regel zeigt der betroffene Hund zwei oder drei Symptome. Nicht jedes Tier zeigt die gleichen Krankheitsbilder und auch die optisch wahrnehmbaren Ausprägungen sind unterschiedlich.

Appetit: deutlich gesteigert, bis zur regelrechten Fresssucht

Durst auch Polydypsie, Polyurie genannt: betroffene Tiere trinken übermäßig viel. Entsprechend häufiger müssen sie urinieren, es kann zu Inkontinenz und Stubenunreinheit kommen.

Haut und Fell: Es kommt zur sogenannten Pergamenthaut, die Haut kann sich dunkel verfärben, Kalkknötchen können eingelagert werden, fettig sein und zu Mitessern neigen. Ein häufig beobachtetes Symptom ist Haarausfall beziehungsweise sehr dünnes Fell besonders am Rumpf. Das Fellwachstum kann verzögert sein und es kann zu Wundheilungsstörungen kommen. Auch wurde eine Neigung zu Hämatomen/Blutergüssen, vermehrte Hautentzündungen und Pilzinfektionen beobachtet.

Muskulatur: Die Muskulatur bildet sich zurück, häufig werden ehemals muntere Tiere sehr matt.
Geschlechtsorgane: Bei Rüden kommt es zur Hodenatrophie , d.h. die Hoden verkleinern sich, bei Hündinnen setzt die Hitze verzögert ein oder bleibt aus.

Bauch: Es bildet sich eine sogenannte Stammfettsucht.

Leber: Es kommt zur Lebervergrößerung.

Skelettsystem: Neigung zu Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) und Bänderrissen.

Betroffene Hunde können an Diabetes mellitus erkranken, auch steigt die Neigung zu Thrombosen (Blutgerinnsel, kann in allen blutführenden Gefäßen auftreten), diese können tödlich enden. Einige Tiere hecheln vermehrt. Es können Verkalkungen in der Lunge auftreten.

Das Cushing-Syndrom entwickelt sich sehr oft schleichend und wird häufig vom Tierhalter lange Zeit als Auswirkung des normalen Alterungsprozesses fehlinterpretiert.

 

Diagnose des Cushing-Syndroms

Die Diagnosestellung erfolgt auf Verdacht anhand der ersichtlichen Symptome (z. B. Veränderungen der Haut/des Fells, übermäßig gesteigerter Appetit, vermehrter Durst beziehungsweise vermehrtes Wasserlassen oder Inkontinenz) und ist nicht ganz einfach, denn sowohl beim Cushing-Syndrom als auch beim gesunden Hund schwanken die Cortisolwerte im Tagesverlauf auf völlig normale Weise.

Die gängigste erste Diagnosemöglichkeit ist die Untersuchung mehrerer Urinproben.(UCC-Bestimmung) Hier wird der erste morgendliche Urin untersucht. Bei drei positiven Urinproben - entnommen an unterschiedlichen Tagen - ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Hund am CushingSyndrom erkrankt ist, bzw. wenn der Test negativ ausfällt ist der Morbus Cushing sehr unwahrscheinlich.

Bei einem positiven Urintest wird zur Diagnosesicherung ein Stimulationstest notwendig.

Generell werden hierzu verwendet: der ACTH-Stimulations-Test, der Low Dose-Dexamethason-Suppressions-Test (LDDS-Test) Nun sollte idealerweise ein LDDS-Test durchgeführt werden. Der LDDS-Test kann auch ohne eine vorangegangene UCC-Bestimmung erfolgen. Der LDDS-Test untersucht sehr genau das System „Hypophyse-Nebennieren“.

Gesunde Hunde reagieren in diesem Test mit einem starken Abfall (Suppression) des körpereigenen Cortisolspiegels. Bei Cushing-kranken Hunden bleibt der Cortisolspiegel erhöht. Der früher häufige verwendete ACTH-Stimulationstest wird nicht mehr routinemäßig empfohlen, da dieser Test viele erkrankte Tiere nicht identifizieren konnte.
Manchmal müssen Tests wiederholt werden, um die Diagnose zu erlangen. Gelegentlich müssen weitere Untersuchungen vorgenommen werden, um zwischen der hypophysären Form und einem Tumor der Nebennieren zu unterscheiden.

Behandlung:

Die Therapie richtet sich nach dem endgültigen Befund. In einigen Fällen kommt ein operativer Eingriff in Frage, bei welchem der an der Nebennierenrinde lokalisierte Tumor entfernt wird. Sinn und Erfolg einer solchen Operation ist abhängig von der genauen Lage des Tumors. Bei Hypophysen- also Gehirntumoren gestaltet sich ein chirurgischer Eingriff meist mehr als problematisch.

Am häufigsten wird die medikamentöse Therapie eingesetzt. Diese ist lebenslänglich erforderlich.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen mittels ACTH Tests, einhergehend mit einer Überprüfung des Cortisolspiegels im Blut sind ratsam, um eine Überdosis der  Medikamentengabe zu verhindern. Entscheidend jedoch ist die Normalisierung der Wasseraufnahme und das Wohlbefinden des Patienten.
Die Intervalle der erforderlichen Therapiekontrollen (Blutbild) werden individuell vom Tierarzt festgelegt. In der Regel sind sie zu Anfang der Therapie häufiger erforderlich, im weiteren Verlauf ist mit Kontrolluntersuchungen alle drei bis 6 Monate zu rechnen.

Liegt ein Cushing-Syndrom aufgrund einer Cortison-Therapie vor, werden die cortisonhaltigen Medikamente langsam und vorsichtig abgesetzt. Und es muss nach einer Ersatzmedikamentation gesucht werden.

Ist das Cushing-Syndrom erst einmal erkannt, ist die weitere Lebenserwartung bei entsprechender (rechtzeitiger) Behandlung sehr gut!

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