Durchfall bei Hund und Katze

Mein Hund oder Katze hat Durchfall, was ist zu tun?

Durchfall beim Hund oder der Katze ist mehr ein Symptom als eine eigenständige  Krankheit. Die Ursache für Durchfall zu finden ist allerdings nicht immer ganz leicht.

Häufig kommt es vor, dass der Kot des Tieres nicht geformt ist und das Tier  Durchfall hat. Durchfall (medizinisch Diarrhoe) bedeutet, dass das Tier sehr weichen oder wässrigen Stuhl ausscheidet. Je nachdem, wo die Ursache lokalisiert ist, wird er als Dünndarm- oder Dickdarmdurchfall bezeichnet. Bei Dünndarmdurchfall ist der Kot häufig wässrig und es kommt zu häufigem Kotabsatz. Dies führt dazu, dass das Tier sehr viel Flüssigkeit verliert und zudem wichtige Nährstoffe aus der Nahrung durch die schnelle Passagezeit nicht mehr aufgenommen werden können. Auf diesem Weg werden Elektrolyte und manchmal auch Eiweiße verloren. Ist die Darmwand sehr stark geschädigt, können Bakterien aus dem Darm in das Blut übertreten und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.

Durchfall bei Welpen und erwachsenen Hunden oder Katzen kann schlagartig  auftreten oder sich chronisch, d.h. über Wochen entwickeln. Für den Besitzer ist ein Tier mit Durchfall natürlich sehr unangenehm, insbesondere bei Haltung in der Wohnung. Häufiger sind übrigens junge Tiere von Durchfall betroffen.


Was sind die Ursachen?

Durchfall bei Hunden und Katzen kann verschiedene Ursachen haben:

  • Parasiten, z.B. Band- oder Spulwürmer
  • Bakterien, z.B. Salmonellen, hämolytische E. coli, Clostridien
  • Viren (Parvo)
  • plötzliche Futterumstellung
  • Futtermittelunverträglichkeiten
  • Stress (erhöht die Darmbewegung)
  • Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, Leber, Niere oder v.a. bei der Katze der Schilddrüse
  • Herzschwäche
  • Tumore
  • Medikamente

 

Sind mehrere Hunde oder Katzen in einem Haushalt oder z.B. einer Hundespielgruppe erkrankt, deutet dies auf eine infektiöse Ursache hin. Ist das Tier schon älter und hat chronischen Durchfall, kommt eher eine organische Ursache in Frage.


Was sind die Symptome?

Bei Dünndarmdurchfall setzt das Tier häufig am Tag und leider auch in der Nacht dünnflüssigen Kot ab. Es schafft es kaum zum Kotabsatzplatz. Die Farbe kann variieren. Alle Ocker- und Brauntöne sind erst einmal unproblematisch. Bei wässrig blutigem Durchfall oder gar schwarzen Durchfall , sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, da hier eine Vergiftung bzw. ein blutendes Magengeschwür als Ursache in Frage kommen. Tiere mit Durchfall zeigen auch zeitgleich mehrmaliges Erbrechen, erhöhte Körpertemperatur und sind schlapp sollte auch ein Tierarzt konsultiert werden, da starker Durchfall binnen weniger Tage lebensgefährlich werden kann, wenn die verlorene Flüssigkeit sowie die Elektrolyte nicht ersetzt werden. Dies gilt insbesondere für bereits geschwächte, sehr junge oder alte Tiere und in den Sommermonaten bei heißem Wetter. Eine verminderte Futteraufnahme bei Durchfall ist bei Hunden bis zu einer Woche kein Problem, bei Katzen sollte dies aber nie länger als 2-3 Tage dauern, da sie sonst ein Stoffwechselentgleisung (hepatische Lipidose) bekommen können.

Dickdarmduchfall ist oft das Symptom einer Futtermittelunverträglichkeit oder tritt bei Tieren auf, die mit Stresssituationen schlecht klarkommen. Hier setzt das Tier oft als einziges Symptom kleine Portionen Schleim, häufig auch mit Blutschlieren ab (schleimiger Durchfall). Manchen Tierhaltern fällt auch auf, dass der erste Kotabsatz am Morgen ganz normal ist und der Kot im Laufe des Tages immer weicher wird und manchmal auch eine Schleimhülle bekommt. Hier sollte man überlegen, wie das Fütterungsregime aussieht. Was gibt es als Grundfutter? Welche Leckerli werden gefüttert? Füttert das ein oder andere Familienmitglied Dinge vom Esstisch? Außerdem muss man sich Gedanken machen, ob das Tier durch Abweichungen von Tagesablauf (Freunde zu Besuch, Geschäftsreise...) Stress haben könnte. Auch an unterschwellige Konflikte in Mehrtierhaushalten denken. Bei Dickdarmdurchfall bietet es sich immer an, ein Futtermitteltagebuch, in dem auch andere Besonderheiten und die Kotbeschaffenheit eingetragen werden, zu führen.


Wann sollten Sie zum Tierarzt gehen?

Beobachten Sie Ihr ausgewachsene Tier bzw. Ihren Welpen gut, wenn es plötzlich Durchfall bekommt. Messen Sie am besten auch die Körpertemperatur: Bei einem gesunden Hund bewegt sie sich zwischen 38 und 39°C (im After gemessen). Katzen zwischen 38,7°C und 39,5°C. Hat das Tier kein Fieber und verhält sich völlig normal, können Sie noch eine Weile abwarten. Nicht selten beruhigt sich der Darm von allein, z.B., wenn das nicht vertragene Futter hinausbefördert wurde. Vielleicht wissen Sie auch, dass der Hund aus Versehen etwas Unverträgliches gefressen hat. Dann kann es hilfreich sein, für einen Tag auf Futter zu verzichten, um den Magen-Darm-Trakt ein wenig zu schonen. Dies sollten Sie aber nur bei ansonsten gesunden Hunden auf eigene Faust versuchen, bei bereits chronisch kranken, sehr jungen oder alten Hunden nur in Rücksprache mit dem Tierarzt!

Wirkt das Tier schlapp und müde, frisst und trinkt nicht oder sehr wenig, hat es Fieber oder aber Untertemperatur, sollten Sie auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen. Abwarten sollten Sie auch nicht, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier etwas Giftiges gefressen oder einen Fremdkörper verschluckt hat, der nicht in den Darm gehört und eventuell Schäden verursachen könne (Nüsse, Spielzeug z.B.). Auch wenn Sie Durchfall mit Blut oder Schleim entdecken oder der Kot sehr dunkel bis schwarz ist, sollten Sie mit dem Tierarztbesuch nicht lange warten!


Wie wird der Durchfall behandelt?

Der Tierarzt wird versuchen, die Ursache des Durchfalls zu ermitteln. Bei leichten Durchfällen, die von allein vergehen, ist dies nicht so relevant und es erfolgt meist nur eine Behandlung der Symptome. Bei schwereren und/oder lang anhaltenden Durchfällen sorgt nur das Auffinden der Ursache für eine Behandlungsmöglichkeit mit dauerhafter Heilungsprognose.

Gründliche Untersuchung

Dazu wird das Tier gründlich untersucht, meist wird auch eine Blutprobe entnommen, um innere Erkrankungen, z.B. Bauchspeicheldrüsenprobleme auszuschließen oder bei chronischen Erkrankungen durch Bestimmung von Vitamin B und Folsäure die Krankheit besser zu lokalisieren und eine Therapie erst möglich zu machen. Ohne Vitamin B Ersatz gibt es z.B. bei Katzen keine Genesung. Die Untersuchung einer Kotprobe hilft z.B. beim Verdacht auf Parasiten oder Viren. Hierzu ist es oft sinnvoll, um die Diagnosesicherheit zu erhöhen, Kot von mindestens drei Absetzen zu verwenden, da verschiedenen Parasiten nicht kontinuierlich ausgeschieden werden. Auch Giardien oder Kryptosporidien sind mit Hilfe einer Kotprobe nachweisbar. Manchmal wird der Tierarzt eine Röntgen- und/oder Ultraschalluntersuchung des Bauches vornehmen. Dadurch lassen sich Fremdkörper, Darmverschlüsse oder auch Tumore, ebenso wie eine starke Gasbildung (mit Lefax therapierbar) erkennen. Veränderungen der Darmstruktur und das Aussehen von Lymphknoten lassen sich mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung erkennen.

Flüssigkeitsersatz und Stabilisierung der Darmflora

Behandelt wird das Tier bei Durchfall primär mit einem Flüssigkeitsersatz und der Stabilisierung der Darmflora mit Hilfe von Pro- und Präbiotika. Dies wird mittels spezieller Nahrungszusätze oder aber auch bei starkem Verlust mittels intravenösen Infusion oder bei Katzen

auch subkutan vorgenommen. Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung wird das Tier dafür vorübergehend stationär aufgenommen, um es besser überwachen zu können.

Bei chronischen Durchfällen arbeiten wir hier mit dem Labor Probios zusammen, die eine Bakterienanalyse Ihres Hundes (aus 1 frischen Kotprobe) durchführen. Bei Abweichungen der Bakterienflora wird dann  ein speziell auf Ihren Hund, Pferd  oder Katze abgestimmtes Pulver  hergestellt.

Bei Bakterien kommen Antibiotika zum Einsatz

Ist die Ursache des Durchfalls bekannt, wird sie gezielt behandelt. Sind tatsächlich Bakterien der Auslöser, wird der Einsatz eines Antibiotikums notwendig sein. Gegen Würmer oder kleine einzellige Darmparasiten gibt es wirksame Antiparasitika. Bei Störungen des Stoffwechsels von z.B. Bauchspeicheldrüse oder Leber muss wiederum mit anderen Arzneimitteln gearbeitet werden.

Diät, wenn die Ernährung als Auslöser in Frage kommt

Liegt der Verdacht nahe, dass die Ernährung für den Durchfall verantwortlich ist, wird das Tier vorerst eine Schon- oder Ausschlussdiät erhalten. Dann muss im Folgenden herausgefunden werden, welche Futterkomponenten problematisch sind. Einer unserer Tierärzte oder Frau Ohngemach, berät Sie hierzu natürlich gern!

Was kann man als Tierhalter selbst tun?

Bei Hunde und Katzen  Durchfall kommen Kohletabletten nur bei bestimmten Vergiftungen zum Einsatz, da die kleine, mikroskopisch scharfkantigen Partikel ansonsten dem Darm mehr schaden als Nutzen bringen. Daher sollten Kohletabletten aus der Hausapotheke verbannt und nicht in Selbstmedikation eingesetzt werden.

Möchte man abwarten, kann man einen Tag gar nichts füttern und das Wasser in kleinen Portionen anbieten. Das Tier sollte unter Kontrolle sein, nicht alleine in den Garten dürfen, kein Pfützen- oder Teichwasser schlabbern und kein Gras fressen. Danach kann man in kleinen Portionen Schonkost anbieten. Für Magen-Darm-empfindliche Tiere kann man sich auch eine kleine Hausapotheke vom Tierarzt zusammenstellen lassen.

Diese kann Dysticum enthalten Diatab oder auch eine CanikurPaste zur Stablisierung des Elektrolyhaushaltes . (haben noch mehrere)

Prognose

Die Prognose für eine Ausheilung des Durchfalls hängt stark von der Ursache ab. Für einen großen Prozentsatz von Durchfällen beim Tier bleibt diese unaufgeklärt. Die meisten spontanen  Durchfälle heilen allerdings problemlos aus. Bei chronischen  Durchfällen kann eine langwierige und mitunter teure Behandlung notwendig sein. Dies wird unser Tierarzt im Einzelfall mit Ihnen besprechen.

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